Kinder, malt eure Träume

Am 29. Juni 2014 ruft der selbsternannte Islamische Staat das Kalifat aus. Am 3. August 2014 startet die Terrororganisation ein Angriff auf Shingal, die Region der Jesiden und begeht damit den 74. Völkermord in der Geschichte der religiösen Minderheit.


"Auch wenn wir noch nicht wissen, wie machen's einfach." So gründen drei Studenten am 10. Oktober 2014 in Oldenburg den Verein Our Bridge. Es entsteht eine Brücke für finanzielle Unterstützer in Deutschland zu Waisenkindern im Nordirak, ein neues Zuhause für Waisen und Witwen und ein Bildungszentrum für über 300 Waisenkinder. Ich bin seit dem Bau des Waisenhauses ein Teil der Brücke und reise alle 6 Monate in den Nordirak, um die Entwicklung der Kinder und der Organisation zu dokumentieren. Mit den Bildern können wir die Geschichten von Our Bridge in Deutschland erzählen und Spenden sammeln.



Zuletzt im September entwickelte ich zusammen mit Kumpel Jonas Brinkhege eine Kampagne, die mit nur wenigen Bildern und wenig Text auf das Projekt aufmerksam machen soll. Im Kunstunterricht lautet die Aufgabe: Kinder, malt eure Träume. Sie fangen an zu malen - simpel, ehrlich und kindlich. Daraufhin basteln wir die kleinen Werke in Bilder aus meinem Irak-Archiv und setzen sie so in den Kontext der Kriegsfolgen.


Den Kindern fehlen lebensnotwendige Grundlagen, wie warme Mahlzeiten, ein Dach über dem Kopf oder eine Familie. Genau das versucht Our Bridge allen hilfsbedürftigen Kindern im Nordirak zu ermöglichen. Hier die Ergebnisse:






Rami (11) traf sich vor fünf Jahren häufig zum Fußball spielen. Heute kommt niemand mehr.







Evin (7) lebt mit Onkel, Tante und fünf Anderen in diesem Zelt. Ein Zuhause ohne Bad, ohne Küche, ohne Eltern.







Dahab (6) verlor nicht nur sein Haus, sondern auch alle die darin lebten.







Hawal (5) überlebte den Völkermord im Bauch seiner Mutter.







Shan (7) verlor beim Überfall seines Dorfes beide Eltern.







Auf der Flucht vom IS verloren Hunderte ihr Leben, weil sie in der irakischen Hitze verdursteten.







Allein die Vorstellungskraft macht niemanden satt.







Zur Schulzeit waren Musafa und Rema beste Freunde.







Dima (5) floh mit ihrer Mutter und verlor dabei ihren Bruder.







Ewin (98) verlor ihre Kinder durch den Islamischen Staat.









Weitere Informationen zum Waisenhaus unter www.ourbridge.de.